Infos zur "Variantengrammatik des Standarddeutschen" - und viel mehr.

Zürich
Joined May 2018
Mach, mache oder mach‘ - alle Varianten kommen im Geschriebenen vor. Doch nur zwei sind richtig, ein Apostroph muss nicht stehen. Und wie ist es mit „connect“? Auch dieses Verb kommt im Deutschen vor und steht im Duden (man staune) - und beides, connect und connecte, ist korrekt.
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«Neben Kommentaren zur Bekleidung und zur Frisur ist die Aussprache einer der häufigsten Gründe für Rückmeldungen.» So der Kommentar einer Schweizer Nachrichtensprecherin. Und zur Aussprache gehört auch, wie hochdeutsch man artikuliert. Dazu eine Umfrage: 20min.ch/story/akzent-muss-s…
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Was ist eine Knüsselhött? Die standardsprachliche Variante ist wohl ‚Knüselhütte’. Schaut man darauf, wo das Schild angebracht ist, lässt sich weiter schlussfolgern, dass es bei der Hütte um den Mülleimer geht. Und dann meint Knüsel wohl ‚Abfall’. Doch welcher Dialekt ist das?
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Den Spruch „ Ketchup mit ohne alles“ kennt man - ein schönes Wortspiel (oder besser: ein schönes Spiel mit der Grammatik). Auf diesem T-Shirt wird das Prinzip teilweise übernommen, der Kasusfehler bleibt bestehen. Gut oder schlecht gemacht? Der Spruch fällt auf jeden Fall auf.
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Wir können alles. Außer Hochdeutsch. Diesen Spruch zur Vermarktung eines Bundeslandes kennt man. Hier ein weiterer, aus einer Imagekampagne für Berlin. Das spielt natürlich auf die berühmte „Berliner Schnauze“ an. Mehr bei einer Podiumsdiskussion am 4.11.: variprag.net/termine/berlin-…
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So produktiv ist die deutsche Sprache: Man nehme ein Substantiv (hier die Bezeichnung für eine Jahreszeit), mache daraus ein Verb und ergänze um eine Präposition. Analog dazu wird auch „überwintern“ gebildet, nur mit Frühling geht es nicht, ein- oder ausfrühlingen klingt seltsam.
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Sie können mich gerne duzen. Wie übersetzt man das ins Englische? Auf jeden Fall ist „You can say you to me” die falsche Wahl. Ob das tatsächlich einmal ein deutscher Politiker gesagt hat? Mehr zum Duzen und Siezen in diesem Buch (kostenlos herunterladbar) benjamins.com/catalog/tar.7?…
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Die Bedeutung neuer Wörter lässt sich oft herleiten. So ist das auch bei Tiktoker, Greta-Effekt und Klimabonus. Doch was bedeutet Bompel? Dabei handelt es sich um ein Kofferwort aus Boden und Ampel. Bompel sind Ampelleuchten, die direkt in den Straßenbelag eingebaut sind.
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Rewe, Bila, Migros: Wie machen diese Läden Werbung für ihre Produkte? Hier ein Beispiel aus der Schweiz. Dahinter steht eine Kampagne mit wechselnden Sprüchen: Glasreiniger für Schlieren, Ziegenkäse für Gais, Hundefutter für Bellikon, Badreiniger für Putz etc. Gut gemacht!
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Dass gestern in Deutschland das Jugendwort des Jahres gekürt wurde, ging durch alle Medien. Auch was es bedeutet, wurde jeweils erklärt. Und das war wohl auch nötig. In Interviews hörte man gestern sogar das Verb dazu, so z. B. den Satz „Ja, ich ragebaite auch ab und zu.“
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Das Verb zügeln ist in grammatischer Hinsicht vielseitig verwendbar. Man zügelt sich (reflexiv), man zügelt das Pferd (transitiv), man zügelt (intransitiv). Die intransitive Variante kommt vor allem in der Schweiz vor. Und das gerade jetzt: Der 1. 10. ist für viele ein Zügeltag.
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Und noch ein schönes Zügel-Beispiel
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Gibt es bei dieser Werbung aus grammatischer Sicht ein Problem? Ja, sagen die einen, die Präposition muss mit Akkusativ stehen (für wen? für uns). Nein, kann man dem entgegenhalten; 'einfach wir' ist eine Einheit; farblich und in der Zeile abgesetzt. Hier greift die Regel nicht.
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Ein Restaurant in Zürich: Der Text steht im Dialekt, auch das Wort Apero (hier ohne Akzent) wird als bekannt vorausgesetzt. Beides ist kein Problem, die Touristen verstehen es auch so. Und man kann damit Swissness inszenieren (was wohl die Absicht ist). In diesem Sinne: En Guete!
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Vergleichen wir die Wörter Zigarrenraucher und Holzhütte. Die Relation zwischen Holz/Hütte ist offen (Hütte aus Holz, für Holz?), zwischen Zigarren/Raucher nicht. Das hängt damit zusammen, dass dieses Wort auf einer Objekt-Verb-Verbindung basiert - analog zu Blumenschenker.
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Dass Texte auf Hinweisschildern elliptisch sind, überrascht nicht. So fehlen hier das Verb, das Anredepronomen und der Artikel (Haben Sie vergessen, das Frühstück zu buchen?). Was aber auffällt, ist das fehlende Komma. Infinitivkonstruktionen werden mit Komma abgetrennt.
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Dass man in der Schweiz vier Sprachen spricht, ist bekannt - eine davon ist Rätoromanisch. Es umfasst fünf Idiome, die ihre je eigenen Schreibweisen haben. Welche davon soll man für die überregionale schriftliche Kommunikation wählen? Braucht man dafür eine „Scriptura franca“?
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Gestern war der Tag der deutschen Einheit. Oder der Deutschen Einheit? Normalerweise schreibt man Adjektive, wenn sie nicht am Satzanfang stehen, klein. Doch es gibt Ausnahmen. Wenn es sich um einen offiziellen Feiertag handelt, darf (muss?) das Adjektiv großgeschrieben werden.
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Dass Werbung oft kontextbezogen ist, sehen wir hier: Schokoladenwerbung passend zur Umgebung, zum Bahnhof. Auch Kampagnen mit immer anderen Wortspielen für dasselbe Produkt sieht man oft. Irgendwann ist das aber nicht mehr originell. Ritter Sport macht das schon seit Jahren so.
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