Journalist / lernt @djsde / sonst Ost(mittel)europa, Kaukasus, Zentralasien / Vorstand @dju_in_verdi / hier privat unterwegs / 🏳️🌈
München
Joined March 2015
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Diese ganzen Kolleg:innen die jetzt unreflektiert diese Meldungen zu Eralps Mitgliedschaft in der Roten Hilfe abpinseln, ohne zu wissen, was dieser Verein im Widerstand gegen die NSDAP geleistet hat. 🙄
Ein wichtiger Zwischenruf aus Kyjiw
Ich erlaube mir diesen Blick von außen. Ob links, Mitte oder rechts, deutsche Politik, Medien & Gesellschaft beschäftigen sich viel zu sehr mit etwas drittrangigen Debatten, während in einer europäischen Hauptstadt zwei Flugstunden entfernt inzwischen täglich Zivilisten sterben. Heute unmittelbar in der Nähe der deutschen Botschaft Kyjiw.
Man wird weder mit dem 2787. Ausdiskutieren der Frage, wie antisemitisch die Linkspartei ist noch mit der 3785. Aufzählung der Nazis sowie der Korruption in der AfD deren Wählerschaft abholen können, weil es denen recht egal ist, und auch wird etwa Wadephuls Gespräch mit Lawrow überzeugte Fans der "Verhandlungen", die größtenteils eigentlich was anderes wollen, aber es so nicht sagen und dies teils sich selber nicht zugeben, kaum beeindrucken.
Die europaweite Zunahme der radikal Linken und radikal Rechten hat viele Gründe, aber einer der Hauptgründe ist der fortlaufende Krieg, der die Menschen aus Angst und Verzweiflung dazu bringt, nach einfachen und in der Realität nicht existenten Antworten auf komplizierte Fragen zu suchen.
Der Krieg muss daher schnellstmöglich beendet oder zumindest pausiert werden. Das ist aktuell die Hauptfrage. Wie genau ist der schwierigere Teil. Wenn jemand daran glaubt, dass der Krieg automatisch aufhört, wenn die Ukrainer die Gebiete im Norden der Region Donezk freiwillig räumt, dann ist das leider jenseits der Realität. Hätte die Ukraine ernsthaft davon ausgehen können, dass damit Schluss ist und Russland nicht wieder angreift, hätte Kyjiw dem mit schwerem Herzen längst zugestimmt. Das habe ich mehrfach gesagt und das wiederhole ich noch einmal.
Zu einem bloßen Waffenstillstand, zum realistischen Maximalziel, weil der prinzipielle Konflikt schlicht unlösbar ist, kann Russland nur dann gebracht werden, wenn sich dieser Krieg für Moskau schlicht nicht mehr lohnt. Das funktioniert nur mit Stärke in alle möglichen Richtungen. Und dieser Stärke schadet die übliche Besonnenheitsrhetorik, obwohl ich großen Respekt vor Eskalationssorgen der Menschen habe, enorm.
Seien wir mal ehrlich: Russland betrachtet Deutschland und die EU als Kriegshinterland seit 2022, völlig unabhängig davon, welche Waffen man konkret liefert. Der lange Abnutzungskrieg ist ohne Unterbrechung der westlichen Lieferungen für den Kreml nicht zu gewinnen. Russland wird daher im Rahmen des Möglichen, um nicht die NATO direkt auszutesten, alles angreifen, was der Ukraine hilft. Eine Art Leipzig wird sich mehrfach wiederholen. Doch man wäre so oder so an diesem Punkt angekommen, ganz egal, ob man dabei übertrieben formuliert zehn Panzer mehr oder weniger liefert.
Die Ausgangslage ist zweifellos für uns alle denkbar schlecht. Das Gute an dieser ist allerdings, dass es ziemlich klar ist, was zu tun ist, auch wenn der Weg dorthin extrem schwierig ist. Denn die russische Staatsführung denkt in anderen Maßstäben als wir und ist weiterhin nicht bereit, die aktuell recht sinnlose Zerstörung zu beenden. Unter anderem übrigens genau deswegen, weil Moskau davon ausgeht, dass sich die Unterstützung der Ukraine mit der Zeit sowieso verkleinert und man sich doch mit der Brechstange durchsetzen wird.
Wenn Russland sich aber tatsächlich durchsetzt, was mittel- bis langfristig leider gar nicht so entschieden ist wie es vielen zu sein scheint, sitzt die AfD dann sehr wohl in der Tat nicht in Magdeburg, sondern in Berlin (nicht im Sinne des Bundeslandes). Das Einzige, was aus meiner Sicht in dieser Situation hilft, ist die ehrliche Kommunikation mit den Menschen jenseits der üblichen Losungen.
Der Fortbestand der unabhängigen Ukraine ist pragmatisch betrachtet nicht deswegen wichtig, weil die Ukrainer die Freiheit von irgendjemanden verteidigen oder für die Demokratie kämpfen (das ist so ziemlich das Letzte, worüber man im Schützengraben irgendwo bei Kostjantyniwka denkt). Sondern weil sonst nicht nur wir hier alleine, sondern alle gemeinsam auf eine absolute Katastrophe zustoßen. Der Ernst der Lage muss ruhig, sachlich, aber in aller Deutlichkeit klargemacht werden. Und zwar vor allem für die Menschen, die dafür überhaupt ansprechbar sind.
Johann Stephanowitz retweeted
Es ist wichtig, Antisemitismus als solchen zu benennen. Das werde ich weiterhin tun. Die Linke hat ein Problem.
Ich halte jedoch nichts von der Entgrenzung der Debatte in den letzten Tagen. Nein, die Linke bringt man nicht in einen Zusammenhang mit Gaskammern. Das ist schäbig und persifliert die Singularität der Shoah. Und Berlin wird auch kein Khalifat.
Jüdinnen und Juden sind Rechts, Links und in der Mitte. Wer sie aufgrund ihrer Religion für die eigene Position vereinnahmt, spricht ihnen ihre politische Pluralität ab.
Johann Stephanowitz retweeted
Die frühere Bundestags-Vize Pau, die sich mit Martina Renner über viele Jahre um Anfragen und Initiativen zu Antisemitismus und Rechtsextremismus gekümmert hatte, wirft dem nun zuständigen MdB Koçak vor, dort sei »nichts passiert«. Er solle »endlich mal Verantwortung übernehmen«
Johann Stephanowitz retweeted
Da ich Dir hier nicht antworten darf, auf diesem Weg: Mir reicht es langsam. Als MdB hast Du eine Verantwortung, ich kann nicht mehr an Naivität glauben. Da ich es aber befürchtete, habe ich auf Deine Mail im Sommer nicht geantwortet.
Replying to @der_neukoellner
… trage ich besondere Verantwortung. Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen, um jeden Zweifel auszuräumen und in Absprache mit meinem Team mein Kommunikationsverhalten aufzuarbeiten und volle Transparenz herzustellen. 5/5
Johann Stephanowitz retweeted
Jörg Thadeusz zerstört Rot-Grün-Rot in Berlin. Zumindest dann, wenn SPD und Grüne und mit ihnen Brantner, Bas, Banaszak und Klingbeil ihr Gesicht nicht für immer durch Kuscheln mit Antisemiten verlieren wollen.
Am Israel Chai! 🇮🇱
Johann Stephanowitz retweeted
Was zur Hölle ist hier los? Ferat Koçak, Bundestagsabgeordneter der Linken, feiert unmittelbar nach dem Wahlsieg zusammen mit dem Hamas-Vorfeld in Deutschland. Das ist doch krank.
🔴 @der_neukoellner MdB Ferat Koçak feiert bei Wahlparty seiner @LinkeNeukoelln mit Ibrahim Ibrahim (r.), Vertreter des extremistischen „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ (VPNK), Dach für PFLP und Hamas in Berlin. Ibrahim gratuliert: VPNK war „Teil dieses Erfolgs“.
Johann Stephanowitz retweeted
Es gibt Mecklenburg-Vorpommern. Aber es gibt auch Mecklenburg und Vorpommern. Wie wir heute Abend voraussichtlich wieder sehen werden, unterscheiden sich beide Regionen deutlich in ihrem Wahlverhalten. Woher kommen diese Unterschiede? Ein Thread. 🧵
Schade das der Spitzenkandidat der Berliner Linken nicht @klauslederer heißt.
Johann Stephanowitz retweeted
Wäre es nicht klug, ein Deepfake von Schoigu zu erstellen, in dem er seine Fehler eingesteht und die russischen Soldaten dazu aufruft, ihre Waffen niederzulegen? Das könnte man anschließend in russischen Netzwerken verbreiten und einfach mal schauen, was passiert.
Johann Stephanowitz retweeted
Man muss in Augenblick nicht mit AfD Wählern sprechen, man muss ihnen politische Niederlagen zufügen
Sonntagsfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern • Forschungsgruppe Wahlen / ZDF: SPD 37 % | AfD 36 % | DIE LINKE 9 % | CDU 6 % | GRÜNE 5 % | BSW 4 % | Sonstige 3 %
➤ Verlauf: wahlrecht.de/umfragen/landta…
🗓️ Nächste Landtagswahl: 20. September 2026 #ltwmv
Johann Stephanowitz retweeted
🍉Pro-Palästina-Anstecker wird geduldet.
✡️Davidstern wird eingesammelt.
Wollt ihr das nochmal erklären bitte, @rbb24?
Johann Stephanowitz retweeted
Noch ist nichts passiert, aber Friedrich Merz müsste noch bis Ende März 2028 im Amt bleiben, um nicht der Bundeskanzler mit der kürzesten Amtszeit zu werden. Erst dann hätte er Kiesinger überholt.
Meine Premiere im @sternde: In Russland gibt es immer strengere Zensurgesetze: Drogen, 🏳️🌈 und jegliche pro🇺🇦 und kriegskritischen Äußerungen sind verboten. Für die Selbstzensur ihrer Bücher nutzen die Verlage dabei inzwischen auch KI. Mit absurden Folgen stern.de/politik/ausland/rus…
Johann Stephanowitz retweeted
#Analyse
Nach einer weiteren furchtbaren Woche in der Ukraine werden einige Entwicklungen immer klarer.
1. Russland eskaliert den Krieg gegen die Zivilbevölkerung.
Ausmaß und geografische Ausdehnung des russischen Terrors nehmen täglich zu. Ob ballistische Raketen, düsengetriebene Kamikaze-Drohnen oder gelenkte Bomben: Was Russland erreichen kann, wird angegriffen.
Dabei richtet sich der Beschuss systematisch gegen zivile Infrastruktur. Es geht längst nicht mehr nur um Logistik- und Lagerzentren – darunter zahlreiche mit Lebensmitteln und medizinischen Gütern. Angegriffen werden Supermärkte, Tankstellen, Bahninfrastruktur, und alle Strukturen, die das zivile Leben aufrechterhalten.
2. Die Ukraine hat einige Entwicklungen nicht rechtzeitig kommen sehen.
Der massenhafte Einsatz düsengetriebener Geran-4- und Geran-5-Drohnen hat sich über zwei bis drei Monate angekündigt. Ein erheblicher Teil der ukrainischen Luftverteidigung war jedoch weiterhin auf Geran-3-Drohnen mit Propellerantrieb ausgerichtet.
Mehrere ukrainische Offiziere erklärten mir, man sei deshalb derzeit teilweise wehrlos. Sie gehen davon aus, binnen drei bis vier Monaten eine Lösung zu finden.
3. Russlands Kriegswirtschaft ist uns bei der Luftkriegsführung überlegen.
Russlands Produktion und Beschaffung ballistischer, Hyperschall- und Marschflugkörper übersteigt unsere Abwehrmöglichkeiten bei Weitem.
Diese Unterlegenheit ist zu einem erheblichen Teil selbst verschuldet: Während Russland seine Wirtschaft weitgehend auf Kriegsproduktion umgestellt hat, befinden sich die westlichen Volkswirtschaften weiterhin im Friedensmodus. Eine adäquate Erhöhung der Produktion findet nicht statt.
Deshalb kann die Ukraine noch so sehr bitten: Es gibt schlicht nicht genügend Patriot-Systeme und andere westliche Abfangraketen, um den ukrainischen Luftraum flächendeckend zu schützen.
4. Russland gewinnt diesen Krieg nicht.
Das könnte den Eindruck erwecken, Russland sei militärisch überlegen und eine ukrainische Niederlage stehe bevor. Dem ist mitnichten so.
Russischer Terror und Raketen haben auf die ukrainischen Streitkräfte bislang höchstens einen peripheren Effekt. Die ukrainische Armee steht weiter massiv an der Front, hält ihre Stellungen und drängt russische Truppen lokal sogar zurück.
Es gibt derzeit keine Anzeichen für einen operativen Durchbruch Russlands. Auch ein Fall der Festungsstädte Slowjansk und Kramatorsk in diesem oder dem kommenden Jahr zeichnet sich nicht ab.
Ohne grundlegende Strategiewende und beispielsweise Hunderttausende zusätzliche Soldaten kann Russland die ukrainischen Streitkräfte kaum entscheidend besiegen.
5. Putins Strategie besteht aus Terror & Zeitgewinn.
Moskau weiß, dass diese Strategie keine entscheidenden militärischen Erfolge bringt. Darum geht es auch nicht primär.
Das Ziel ist vielmehr, die Ukraine so weit wie möglich zu zerstören, während die westliche Unterstützung Stück für Stück erodiert. Russland versucht damit, einen militärisch nicht entscheidbaren Krieg in einen politischen und gesellschaftlichen Abnutzungskrieg zu verwandeln.
6. Die Lösung
Wir müssen endlich verstehen, dass Russland sich mit uns im Krieg befindet – und daraus keinen Hehl macht. Daraus muss eine strategische Konsequenz folgen.
Wenn Russland diesen Krieg nicht durch Zerstörung und Abnutzung gewinnen soll, müssen wir es auf dem Schlachtfeld zurückdrängen. Das bedeutet: Russland in der Ukraine zu besiegen.
Die Ukraine benötigt dafür offensive und defensive Fähigkeiten: Sie muss russische Logistik, Produktionskapazitäten und militärische Infrastruktur wirksam bekämpfen und gleichzeitig ihre Städte und Bevölkerung besser vor dem Terror schützen.
Ziel muss sein, Russland wirtschaftlich und militärisch schneller an seine Grenzen zu bringen, als es die Ukraine zerstören kann.
Denn eines zeigt sich erneut sehr deutlich: Russland kann die Ukraine nicht schnell militärisch besiegen. Aber Russland kann sie langsam zerstören. Genau das müssen wir verhindern.
Kennt ihr noch Gerwald Claus-Brunner? 2016 tötete der Piratenpolitiker einen Mann und anschließend sich selbst. Das Opfer war mein Jugendfreund Mirko. Zum 10. Jahrestag der Tat habe ich für den @Tagesspiegel aufgeschrieben, was für ein Mensch Mirko war. tagesspiegel.de/berlin/bezir…
Ich habe ja heute kurzzeitig echt überlegt, ob ich das dumme Geseiere von unserem Salonkommunisten noch im Feed haben will. Aber naja: man kann ja dieses prorussischen Stuss auch nicht unwidersprochen lassen.
Johann Stephanowitz retweeted
Russland lässt jetzt Kamikaze-Drohnen direkt in Redaktionsräume einschlagen
Ein russischer Kamikaze-Drohnenangriff ("Shahed") traf mitten am Tag das Gebäude des Kiewer TV-Senders "Ми – Україна" (Mi-Ukrajina) – genau während der Sender live im Nachrichtenmarathon "Jedyni novyny" auf Sendung war.
Selenskyj bestätigte den Angriff auf Telegram, sprach von einer "neuen Stufe der russischen Verrohung" und forderte eine klare Reaktion Europas.
Es ist bereits der zweite Angriff auf das "Ми – Україна"-Büro innerhalb von weniger als drei Wochen – das Gebäude wurde bereits in der Nacht zum 20. August bei einem Massenangriff auf Kiew beschädigt (Fenster, Newsroom, Teile der Decke) (Imi) (We Ukraine)
(24tv.ua, ZN.ua, LB.ua, IMI, weukraine.tv) und Selenskyjs eigene Stellungnahme.