@CortexCastlesi
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Erquicklich. Schrecklich.
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Zwei fettleibige Männer sprechen über Self denial als zentrales Element ihrer Religion. "All of this stuff - that's the ego."
Ziel guter Manieren ist, andere mit der eigenen Präsenz nicht ununterbrochen anzuwidern oder vor den Kopf zu stoßen. Man betatscht nicht ihr Essen, man schmiert seine Körpersubstanzen nicht auf ihre Gegenstände, man schreit nicht herum und führt sich in schwierigen Situationen nicht wie ein Esel auf.
Sie meinen, das würde gezielt GEGEN sie eingesetzt.
Um Überlegenheit zu demonstrieren. Damit sie sich klein fühlen. Gute Manieren empfinden sie als Beleidigung: Wenn du mir nicht ins Gesicht r*lpst, bist du ein Snob. Rücksicht ist Herabwürdigung, Anstand Machtdemonstration.
Nach einiger Überlegung ist mir etwas Absurdes aufgefallen: Leute halten gute Manieren für ein Statussymbol.
Jeder Versuch, mich darüber lustig zu machen, dass die "Klassik"-Playlist alle Genres, Epochen, Formen wild durcheinandermischt, scheitert, weil jedes einzelne Stück ein herausragendes Meisterwerk ist.
Jetzt mit Holsts Mars trainieren, angriffslustig um mich blicken und die in Unterwäsche, deren dicker Bauch über die Hose hängt, als geeignetes Ziel identifizieren. 😌
Tanzen macht einem die Geschlechterunterschiede und die Freude daran bewusst. Es ist schade, dass es so flächendeckend aufgegeben wurde. Wie soll man etwas als positiv erleben, wenn man sich jede Gelegenheit dazu nimmt?
Würde meinen, insbesondere höfische und volkstümliche Tänze haben diesen Effekt, da sie nicht nur allein als Paar, sondern als Gruppe getanzt werden: Figuren bestehen nicht nur aus dem einzelnen Mann und der einzelnen Frau, sondern auch aus Männern als Gruppe und Frauen als Gruppe.
"... Tändewüh ... Tändewüh ..."
Ein etwas mitgenommener Herr stieg in den Bus und wollte wissen, wie er am besten zur Station "Auf der Tändelwiese" kommt.
"... Tändewüh ... Tändewüh ..."
Der ausländische Busfahrer verstand kein Wort.
Der Herr erklärte weiter seine Route, in welche Richtung er müsse, welche Buslinie er brauche, was dort in der Nähe sei. Aus all dem schnappte der Busfahrer schließlich ein Wort auf: "Sitipa".
Citypark, das Einkaufszentrum.
"Steigen sie bei der Station auf die Linie 66 um. Die fährt zum Citypark."
Das war dem Herrn nicht geheuer. Er wollte doch zur Tändewüh, nicht zum Sitipa, und zur Tändewüh fährt der Neudrei, nicht der 66er.
Der ausländische Busfahrer verstand kein Wort.
Schließlich griff eine Dame ein:
"Fahren Sie bis zum Jakominiplatz. Dort steigen Sie auf den 39er um. Das ist besser."
Sie wiederholte es noch zwei Mal, dann hatte der Herr den Plan aufgenommen.
Dankbar und zutraulich widmete er sich den Rest der Fahrt seiner Wohltäterin.
Weshalb er zur Tändelwiese fahre, wie er seiner Frau eine Freude bereiten möchte, dass er sich ab dem Sitipa dann gut auskenne - schöne Themen, sittsam ausgedrückt, keine Spur von Vulgarität. Seine Kommunikation war hübsch. Nur die Laute zu enträtseln, in denen sie vorgebracht wurde, war österreichischen Ohren vorbehalten.
Ähm, Frau Cortex, Frau Corday macht Videos und bereitet Themen für Jugendliche auf Deutsch auf. Was haben Sie jemals für die Bewegung geleistet?
Frau Corday zeigt auf Youtube absichtlich Videoausschnitte, auf denen sie unappetitliche Körpergeräusche von sich gibt.
Es bewahrheitet sich einfach immer: Geschmacklosigkeit in einer Sache ist nie Einzelfall, sondern eine grundlegende Eigenschaft, die in verschiedenen Bereichen zum Vorschein kommt.
Das muss man bei der Entscheidung, womit man sich umgibt und welche Inhalte man konsumiert, berücksichtigen - möchte man nicht ununterbrochen skandalisiert werden.
"Frau Cortex, Sie sind so intolerant!"
Ja.
Sie tut es:
"Deine Lippen aufzuspritzen, macht dich nicht schöner. Nein, es zeigt nur denen, die Augen im Kopf haben, dass deine Selbstsicherheit fragil ist, du die Validierung anderer mehr brauchst, als gut für dich ist (...)."
Aber es fällt ihr nicht auf.
Stattdessen verunglimpft sie meine Twitter-Freundinnen, die sich die Lippen aufspritzen lassen:
"Und irgendwann dachte ich, vielleicht soll ich meine Lippen auch mal aufspritzen lassen. (...) Und dann dachte ich gleichzeitig: Hä? ...weil ich bin ja im Stande, mich aus einer Metaperspektive zu beobachten... Bist du bescheuert?"
Die, die bei der Wahl der Mittel andere Grenzen ziehen als sie, sind aus ihrer Sicht "bekloppt".
So hart urteile nicht mal ich. Ich finde, was sie macht, lediglich skurril. Und, insbesondere um den Mund, etwas eklig.